Ein Blumenstrauß? Eine Ähre? Eine Bier-Brosche? Ein Schmuckstück, das am Donnerstag bei “Bares für Rares” zum Verkauf steht, lässt vielfältige Deutungen zu. Am Ende zählt, was es den Händlern wert ist. Die Expertise wird übertroffen!

“Hach, eine Brosche!”, erkennt Horst Lichter. “Ein Bröschchen”, beschreibt Heide Rezepa-Zabel die filigrane Form. Lichter erfindet eine weitere Steigerung der Verniedlichungsform: “Ein Bröschelineleinchen.”
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“Eine Schleife mit Ähren, so würde ich es interpretieren, denkt der Moderator laut über die Formensprache nach. Die Expertin überschlägt sich mit begeisterten Adjektiven: “Zauberhaft, elegant, graziös, anmutig, nicht aufdringlich”.
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“Meine Liebe, wo kommt denn diese Brosche her?”, will Horst Lichter von der 88-jährigen Besitzerin wissen. “Höchstwahrscheinlich Ende der 60er Jahre”, ist die Antwort von Verkäuferin Gurte. Der Moderator erklärt, dass er eigentlich wissen wollte, wie Gurte an den Schmuck kam.
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“Die habe ich von einer alten Freundin geschenkt bekommen”, berichtet die Düsseldorferin. “Da ich so alt bin, gebe ich einiges weiter, aber bei dem dachte ich: Das kann man bestimmt verkaufen.” “Die Dame hatte bestimmt einen exquisiten Geschmack”, sagt die Händlerin.
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Diese These bestätigt Gurte, während Heide Rezepa-Zabel im Gegenzug die von der Verkäuferin geschätzte Produktionszeit bestätigt. “Hauchdünne vierkantige Drähte, durch Feinlottechnik verbunden”, analysiert die Expertin.
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“Das war die Technik der damaligen Zeit – und die Voraussetzung für diesen wunderbar leichten Schmuck, der so ganz anders war als der schwere repräsentative Schmuck der vergangenen Jahrzehnte”, doziert Heide Rezepa-Zabel.
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Lichters Assoziation über Ähren “passt trefflich”, findet Heide Rezepa-Zabel. Die Brillanten werden durch Achtkant-Diamanten ergänzt. “19 an der Zahl”, zählt die Expertin. Sie schätzt auf insgesamt 0,9 Karat.
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Lichter erkundigt sich nach Farbe und Reinheit. “Sehr gut”, versichert die Expertin. Allerdings: “Offensichtlich ist die Brosche mal hingefallen und jemand ist draufgetreten”, glaubt sie. “Ich gehe damit nicht sehr gut um, das kann bei mir passiert sein”, gesteht Gurte.
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“Wenn es hinfällt, bist du ja nicht schuld”, meint Lichter und beide grinsen. Der Preiswunsch: 800 Euro. “Ich finde sie bezaubernd, man kann sie heute noch gut tragen, sie wirkt nicht altbacken, sie wirkt zeitlos”, findet die Expertin. Sie entscheidet: 700 bis 800 Euro.
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Im Händlerraum stellt Gurte den Schmuck in einem Beutel vor Wolfgang Pauritsch ab. Die ungewöhnliche Transportverpackung macht Fabian Kahl neugierig: “Was ist das denn? Jetzt sind wir aber gespannt!”
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“Wunderschön!”, freut sich Wolfgang Pauritsch: “Das sieht aus wie Hopfen. Eine Bierbrosche!” Lisa Nüdling betrachtet die Sache nüchtern: “Eine Ähre oder?” Walter Lehnertz denkt auch laut: “Was soll das sein? Ein Strauß? Da ist doch unten eine Schleife dran?”
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Blumenstrauß, Ähre, Hopfen, Rispen – die Händler spekulieren weiter, bis Wolfgang Pauritsch ungeduldig wird und entscheidet: “Ist egal, ich möchte starten.” Er bietet 350 Euro. Lisa Nüdling steigt mit ein.
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Die beiden duellieren sich, bis Nüdling 500 Euro bietet. “Schöne Steine, aber auch schon ganz gute Gebote”, glaubt Fabian Kahl. “Ja, wir sind die Schmuck-Rebellen”, sinniert Wolfgang Pauritsch. Die Selbstbeschreibung des Kollegen als “Rebellen” amüsiert Sarah Schreiber.
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Das Duell geht weiter. Überraschend steigt ein dritter Händler ein: 800 Euro bietet Fabian Kahl “für den Hopfen”. Gleichzeitig mit Lisa kommt er auf den gleichen Kalauer: “Da ist Hopfen und Malz verloren”, sagen beide im Chor und lachen.
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“Wir streiten uns richtig um ihre Brosche”, erklärt Wolfgang Pauritsch das Offensichtliche. “Das ist schön, ich freue mich”, verrät Gurte. “Wir freuen uns auch”, kommentiert Wolfgang Pauritsch.
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Als Lisa Nüdling 850 Euro bietet, kommentiert Wolfgang Pauritsch: “Das ist, glaube ich, gut.” Der Händler gibt auf und überlässt den Beutezug der Kollegin. “Was für ein Feuerwerk an Brillanten!”, gratuliert Pauritsch der Gewinnerin.
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Auch Fabian Kahl wendet sich an Nüdling: “Lisa, tust du mir einen Gefallen? Hältst du diese Brosche bitte in Ähren”, kalauert der Händler. “800 gewünscht, 850 bekommen. Es war ein vollkommen guter Tag”, freut sich Gurte.
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“Wir sagen ja profan ‘Kerzenleuchter'”, setzt Lichter an. Dann hält er einen der beiden mit ausgestrecktem Arm und fragt: “Und was ist das?” Expertin Heide Rezepa-Zabel kichert, weil sie sein Wortspiel erahnt: “Das ist ein Armleuchter.”
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Verkäuferin Tina erhofft sich 800 Euro. Heide Rezepa-Zabel erhöht auf bis zu 1.200 Euro für die beiden Schabbat-Leuchter aus 750er-Silber. Sarah Schreiber ist das schimmernde Duo 1.000 Euro wert.
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Ein VW-Baukasten von 1953/54 mit Originalkarton und in sehr gutem Zustand – die Reaktion des Moderators war zu erahnen. “Oh, Gott im Himmel, entschuldige, ich bin abgelenkt, das ist wunder …”, macht Lichter. Das Set sei besonders, weiß auch Expertin Annika Raßbach.
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Das Ehepaar Cornelia und Armin erhofft sich 80 Euro. Annika Raßbach hält bis zu 350 Euro für angemessen. “Das ist ein freudiges Erschrecken”, erklärt Armin seine Reaktion. Walter Lehnertz bezahlt den maximalen Schätzpreis. “Es kommt in gute Hände”, verspricht der Händler.
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Das Öl-Gemälde von Karl Stuhlmüller zeigt eine Szene aus der Kartoffelernte. Lisa und ihr Onkel Wolfgang erhoffen sich 1.200 Euro. Dr. Friederike Werner bremst auf 1.000. Wolfgang Pauritsch bezahlt genau das: 1.000 Euro.
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Extrem seltene Kunstlederjacken zum 60. Jubiläum von Adidas aus dem Jahr 1992 sind laut Annika Raßbach aufgrund des Zustands nur bis zu 300 Euro wert. Das höchste Gebot kommt von Walter Lehnertz: 150 Euro. Anton nimmt seine Jacken lieber wieder mit nach Hause.
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