Bares für Rares”: Omas Erbstück entpuppt sich als Gemälde von begehrtem Maler
Horst Lichter hatte wieder einmal den richtigen Riecher: Ein Bild in der jüngsten “Bares für Rares”-Ausgabe sah nach einem ganz außergewöhnlichen Kunstschätzchen aus! Das konnte Dr. Friederike Werner nur bestätigen: begehrt, besonders und wertvoller als gedacht! Mehr dazu in der Bildergalerie …

Unbeachtet hing das Gemälde über 30 Jahre lang bei Doris und Bernd Schwabenland im Wohnzimmer. “Das ist ein Erbstück von meiner Oma”, erklärte die Verkäuferin aus Eich.

“Ein spanischer Maler aus dem 19. Jahrhundert, Ignacio León y Escosura”, setzte Dr. Friederike Werner zur Expertise an.

“Das Bild ist von 1868, ist rechts unten signiert”, fuhr sie fort. “Der war sehr erfolgreich und ist in den 1860er-Jahren nach Paris gegangen. Er war dort sofort in der Künstlerszene ebenfalls sehr erfolgreich und sehr begehrt.”

“Begehrt” ist bei “Bares für Rares” immer ein gutes Prädikat. Doch Horst Lichter hatte noch eine Frage: “Was stellt denn das jetzt dar?”

“Das ist jetzt eine schöne Szene von zwei Personen, wahrscheinlich in einem Künstleratellier”, vermutete die Expertin. “Da glänzt die Seide und da schimmert das Brokat. Das ist eine ganz köstliche Szene bis ins Detail.”

Interessant war an diesem Objekt auch etwas anderes: “Wir haben nämlich drei Rahmen ineinander”, hob Friederike Werner eine weitere Besonderheit hervor. “Sehr qualitätvolle, alte Rahmen.”

“Weil der Rahmen so schön is, hab ich gedacht, 500 Euro könnte es bringen”, äußerte Frau Schwabenland ihren Wunschpreis.

“Auf dem amerikanischen Kunstmarkt würde man noch etwas mehr bekommen”, kam die Expertin zum Schätzwert. “Aber für dieses kleine und wirklich schöne, stattliche Bild bekommt man doch 1.000 bis 1.400 Euro.” Horst Lichter zückte die Händlerkarte: “Oha!”

Doch zuerst mussten die Händler den Namen des spanischen Künstlers entziffern. “Escosura?”, kam Julian-Schmitz-Avila (rechts) langsam auf die richtige Fährte.

Ihm gefiel das Gemälde auch am besten, und so sprang der doppelte Wunschpreis von 1.000 Euro dafür heraus. “Ich hätte nie geglaubt, dass meine Oma sowas zu Hause hängen hat”, freute sich die Verkäuferin.

Ebenfalls verkauft wurde eine Kette mit Anhänger aus Gold und Platin mit Altschliff-Diamanten aus der Zeit zwischen 1910 und 1915. Schätzpreis: 500 bis 600 Euro.

Händlerin Lisa Nüdling gefiel die besondere Form des Anhängers – sie zahlte 750 Euro.

Drei Leucht-Kakteen von Flötotto aus den 1970er- bis 80er-Jahren brachten etwas Farbe ins Pulheimer Walzwerk. Sven Deutschmanek schätzte einen Wert von 600 bis 800 Euro für das Trio.

Julian Schmitz-Avila (Bild) mochte das indirekte Licht, gekauft hat jedoch Markus Wildhagen für 450 Euro.

Der skurrile Bierkrug mit Deckel von Villeroy & Boch aus den 1890er-Jahren war laut Expertenschätzung 120 bis 150 Euro wert.

Sogar 210 Euro gab’s für das Liebhaberstück von Händler Steve Mandel (dritter von links).

Der Schrankkoffer von Ermett aus Schweineleder aus der Zeit um 1900 müffelte zwar, hatte dafür Schubladen. Geschätzter Wert: 350 bis 400 Euro.

“Zu Deko-Zwecken isser super”, fand Julian Schmitz-Avila (Bild). Doch wieder war es Markus Wildhagen, der sich das Objekt für 400 Euro schnappte.

Die versilberte Zuckerdose von Albert Köhler & Cie war innen sogar vergoldet und stammte aus der Zeit zwischen 1880 und 1900.

Der Schätzwert von 180 bis 200 Euro wurde leider nicht getroffen. Steve Mandel (Mitte) gab dafür nur 160 Euro aus.
Dieser Artikel wurde verfasst von Bettina Friemel
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