Wirbel bei “Bares für Rares”: Experte zerstört Objekt, damit es verkauft werden kann
Köln – So etwas hat es in 13 Jahren “Bares für Rares” noch nie gegeben: Erstmals wird in der Sendung ein Objekt vorsätzlich zerstört. Andernfalls wäre der Auftritt aber auch sofort beendet gewesen!

Irmgard und Marlena haben ein Set aus dem 17. Jahrhundert mit ins Pulheimer Walzwerk bei Köln gebracht, es gilt als Kanon der chinesischen Malerei. Zu sehen sind etwa Beispiele der Kalligrafie und Malerei als Holzschnitte auf Reispapier.
Wie Besitzerin Irmgard im Gespräch mit Moderator Horst Lichter (63) preisgibt, handelt es sich bei dem Mitbringsel um ein Geschenk ihres Onkels, einem Schriftsetzer. Dieser habe das außergewöhnliche Set einst anlässlich eines Firmenjubiläums erhalten.
Laut Experte Detlev Kümmel (57) gilt das Ansichtswerk als “Meilenstein”. Doch es gibt ein Problem: Die Schließknöpfe der Kassette bestehen aus Elfenbein! “Das ist doof”, weiß Lichter. Ohne amtliche Genehmigung darf das Objekt also gar nicht verkauft werden.
Ihren Wunschpreis beziffert Irmgrad auf 200 bis 300 Euro. Der Experte hält sogar 1000 bis 1500 Euro für möglich und sorgt damit für Schnappatmung bei der Münchenerin. Um den Verkauf zu ermöglichen, hat sie eine Idee: Die Schließer müssen weg.
Kümmel findet die Idee super. Er zückt eine Rasierklinge und schneidet das Elfenbein einfach ab. Lichter kann es kaum fassen: “Das ist das erste Mal, dass wir bewusst was kaputt machen.” Der Wert sinkt dadurch auf 900 bis 1400 Euro.

Im Bieterduell: “Bares für Rares”-Händler treiben Preis in unerwartete Höhen

Im Händlerraum ist die Begeisterung riesig. “Das ist ein ganz berühmtes Werk”, schwärmt Daniel Meyer. “Ich habe diesen Kanon schon zweimal versteigert.” Den Preis behält der 52-Jährige auf Nachfrage von Fabian Kahl (34) aber lieber für sich.
Natürlich sind auch die abgeschnittenen Verschlüsse ein Thema. Die potenziellen Käufer sind “sehr dankbar”, dass diese noch in der Sendung entfernt wurden. Andernfalls hätten sie das tolle Objekt gar nicht zu Gesicht bekommen. Liza Kielon (31) bietet zum Start 250 Euro.
Anschließend liefern sich Julian Schmitz-Avila (39) und Kahl ein rasantes Bieterduell. Die 1000-Euro-Marke ist schnell geknackt – sehr zur Freude der Besitzerin. Irmgard gesteht, dass ihr gar nicht bewusst gewesen sei, “so einen Schatz” zu besitzen.
Zu guter Letzt läuft alles auf einen Zweikampf zwischen Meyer und Schmitz-Avila hinaus. “Ich will neue Märkte ergründen”, erklärt der 39-Jährige und bleibt hartnäckig. Bei 1600 Euro wirft Meyer das Handtuch. Die Holzschnitte gehen nach Bonn.
“Bares für Rares” läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.




