Nordhessin an Weihnachten bei RTL: Das wurde aus Michaela von „Bauer sucht Frau”
Die Soldatin war bei „Bauer sucht Frau“ dabei. Nach drei Monaten kam das Beziehungs-Aus. Was sie heute über Bauer Thomas sagt.
Moischeid – Bis kurz vor Weihnachten konnten Zuschauerinnen und Zuschauer auf RTL mitverfolgen, wie elf Bauern und zwei Bäuerinnen auf der Suche nach dem Liebesglück waren.
Und eben auch, wie Kandidatinnen und Kandidaten um die Herzen der Landwirte buhlten. Mittendrin in der 21. Staffel der Sendung „Bauer sucht Frau“ war Michaela Pohl aus Moischeid.

Ihre Freundinnen haben sie animiert, dort mitzumachen, erzählt die noch 35-Jährige: „Das läuft ja schon seit 20 Jahren. Ich hatte die Sendung in jungen Jahren immer mal wieder gesehen.
Und dann sagten mir meine Mädels: Bewirb dich dort mal. So habe ich es dann auch gemacht.“ Michaela Pohl ist Soldatin auf Zeit und arbeitet nebenbei in ihrem gelernten Beruf als Bäckereifachverkäuferin beim Schwälmer Brotladen.
„In meinem Beruf als Soldatin findet man nicht so leicht einen Mann. Beziehungen unter Kollegen funktionieren ja meistens nicht.“ Sie habe in der Vergangenheit auch einfach schlechte Erfahrungen gemacht und wollte dann ihr Glück in der RTL-Sendung versuchen.
Über ihre Vorstellungen ist sie sich nämlich klar: „Ich brauche einen Mann vom Land, der anpacken kann, der sich auch mal dreckig machen kann. Ich habe ja schließlich neben meinen Katzen auch zwei Pferde.“
Wie sie ihre Teilnahme an der Sendung empfunden hat? „Es war anstrengend, weil eben auch ungewohnt, die ganze Zeit vor der Kamera zu stehen. Wir waren ja alle Laien vor der Kamera.“ Vom ersten Tag an habe man dann auf Dinge achten müssen, wie: Wie spreche ich? Wie stehe ich, wo schaue ich hin?
„Es gibt ja schließlich auch kein Drehbuch und keinen Ablauf“, erklärt Michaela Pohl. Am ersten Tag habe der Dreh von morgens bis kurz vor Mitternacht gedauert. „Vor allem mit der Anreise vorher: Ich war tot und habe mich die ganze Zeit an meine Cola geklammert“, erzählt sie.
Nordhessin eine Woche auf dem Bio-Bauernhof in Sachsen
Am Pfingstmontag hatte sie die Vorstellung der Bauern vor dem Fernseher mitverfolgt und daraufhin Bauer Thomas aus dem Erzgebirge einen Brief geschrieben – mit Erfolg, er lud sie auf seinen Bio-Bauernhof in Sachsen ein.
„Das war am Anfang gar nicht so leicht, man kannte sich ja nicht. Dann war es sein Haus, seine Regeln und auch an den Dialekt musste ich mich erst ein bisschen gewöhnen“, sagt Michaela Pohl.

Eine besondere und für sie unangenehme Herausforderung: Am Anfang war Konkurrentin Sandra auch mit auf dem Hof. Als sich dann Thomas am zweiten Tag dazu entschied, die Woche in Zweisamkeit mit Michaela weiter zu verbringen, war bei ihr die Freude natürlich groß.
„Thomas ist ein genügsamer Mensch, er ist lieb und sehr zuvorkommend“, schwärmt die 35-Jährige auch aus heutiger Sicht. Mit Thomas‘ Entscheidung gingen für Michaela aber wohl auch einige misshellige Kommentare auf sozialen Medien einher, teilweise drastisch, lässt sie durchblicken.
„Thomas ist wirklich ein toller Mensch. Aber was er nicht konnte, war kochen. Er hatte eigentlich nur Nudeln zu Hause.“ Also sei Michaela mit Bauer Thomas erst mal einkaufen gefahren, „ich habe den Haushalt dann mal umgekrempelt“, erzählt sie lächelnd.
Während der Woche haben Michaela und Thomas viel erlebt und die Moischeiderin hat richtig mit angepackt, von Holzhacken über Traktorfahren – was ihr sehr viel Spaß gemacht hat.
Bauer sucht Frau
Im Oktober 2005 strahlte der Privatsender RTL erstmals die Sendung „Bauer sucht Frau“ aus. Das Format – liebevoll Lovetainment genannt – wird seit der ersten Staffel von Inka Bause moderiert.
Das Konzept beinhaltet, dass jeweils in einer Auftaktsendung – sie wurde bereits am Pfingstmontag ausgestrahlt – mehrere Monate vor Beginn der Staffel die teilnehmenden Landwirte vorgestellt werden. Die Bewerber – in der Regel Frauen – können ihnen persönliche Briefe schreiben.
Aus den eingegangenen Bewerbungen wählen die Bauern ihre Favoritinnen aus, die zum näheren Kennenlernen auf ein Scheunenfest eingeladen werden. Dort dürfen sich die Landwirte für eine oder mehrere der Bewerberinnen entscheiden, die sie auf ihren Hof einladen.
Hier müssen sich die angehenden Bäuerinnen auf dem Feld und im Stall beweisen und versuchen, das Herz des jeweiligen Bauern zu erobern.
Das Finale einer Staffel bildet ein großes Wiedersehen: Dabei erfahren die Zuschauer, ob sich am Ende eine feste Beziehung gebildet hat, zusammengezogen wird oder ob es sogar eine Hochzeit gibt. Es wurde am 23. Dezember ausgestrahlt.
Und zunächst hat es geklappt: Die beiden gingen eine Beziehung ein. Thomas habe sie zwischenzeitlich auch in Hessen besucht – das musste natürlich alles heimlich passieren, weil die Folgen der Staffel noch nicht ausgestrahlt waren.
Nach knapp drei Monaten Beziehung aber haben sich bei Michaela Pohl die Gefühle nicht mehr weiterentwickelt. Auch die fehlende Unterstützung angesichts der für Michaela schwierigen Kommentare und Reaktionen anderer, zumeist auf sozialen Medien, haben dabei eine Rolle gespielt, erzählt sie.
„Ich wünsche Thomas aber das Beste und wir sind auch nach wie vor in freundschaftlichem Kontakt“, sagt die 35-Jährige.



